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Wein reduziert das Risiko eines Herzinfarkts und wirkt sich auch sonst positiv auf die Gesundheit aus.

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Deutscher Wein - einzig unter den Weinen.


Früh in der Jugend habe ich Kontakt zu guten deutschen Weinen erhalten und mich noch während der Schulzeit einem ausgiebigem Studium gewidmet. Ich holte mir aus der Staats- und Universitätsbibliothek (kurze Stabi genannt) zahlreiche Studienbücher, die vom Lehrberuf des Kellners bis zum Weinbau-Ingenieur reichten. Fleißig paukte ich alle chemischen Formeln und die Theorie der Weinherstellung, verkostete Hunderte von deutschen Weinen und ärgerte mich, dass ich niemals Kontakt zu Winzern und deren Praxis hatte. Das sollte sich allerdings während eines beruflichen Seminars ändern, welches mir Gelegenheit gab, den Sohn eines Winzers kennenzulernen. Einer Einladung von ihm folgend begannen ab nun meine regelmäßigen Streifzüge durch die deutschen Weinbaugebiete und die Fachsimpeleien mit den Winzern.

Interessanterweise habe ich damals Moselweine nicht so recht zu schätzen gewusst. Sie waren mir zu säurebetont. Ich bevorzugte lieber die Rheinweine, die mehr Bukett und Süße besitzen. So war ich also zunächst etwas enttäuscht, als ich erfuhr, dass der Winzersohn aus St.Aldegund an der Mosel stammte. Nachdem ich aber die Weine vom Winzermeister Walter Kroth probiert hatte, hat sich mein Urteil über die Moselweine grundlegend geändert. Heute schätze ich ihre Bekömmlichkeit und ihre Frucht. Besonders an warmen Sommerabenden trinke ich gern diese Weine. Es soll allerdings nicht verschwiegen werden, dass gerade die Weine von Familie Kroth besonders angenehm und von ausgesprochener Milde in ihrer Fruchtsäure sind.

Besonder rassige und hochwertige Weine von der Ruwer liefert mir Peter Geiben vom Weingut Karlsmühle. Ich trinke aber auch gern andere deutsche Weine wie etwa vom Rhein. Natürlich habe ich auch mal ausländische Weine getrunken, besonders in Restaurants. Zu meinen heutigen Lieblingswinzern gehört auch das Weingut Thomas und August Perll in Boppard, das wohl beste Weingut am Mittelrhein. Weitere sehr gute Winzer sind die Weingüter Familie Kuntz (Bacchushof), Hans Bader und Walter Leonhardt (alle in der südlichen Weinstraße). Besonders gut gefallen mir auch die Rheinhessen-Weine vom Schlossmühlenhof und Bischel. Schließlich möchte ich noch die Winzergenossenschaft Vier Jahreszeiten in Bad Dürkheim erwähnen, die sich ebenfalls durch hervorrragende Weine auszeichnen. Natürlich habe ich auch Weine vieler anderer deutscher Weingüter getrunken und zu schätzen gelernt. Seit einiger Zeit genieße ich auch die Naheweine von den Weingütern Lersch und Schmitt-Peitz.

    Alle hier genannten Weingüter können zahlreiche Goldene und Silberne Kammerpreismünzen und DLG-Preise, Bundesehrenpreise, mehrere Trauben im Gault-Millau und zahlreiche weitere Auszeichnungen vorweisen.

Überhaupt muss ich hier ‘mal eine Lanze brechen für die leichten Weine. Immer wieder höre ich von Winzern und Weintrinkern, dass ein Wein nur dann gut sei, wenn er mindestens 12 Vol% Alkohol besitzt, besser noch 14-15 Vol%. Auch höre ich immer wieder, ein guter Wein müsse absolut durchgegoren sein. Ich bin da völlig anderer Meinung und möchte daher an dieser Stelle einmal der Anwalt jener Winzer sein, die leichte und oft auch liebliche (milde) Weine herstellen.

  • Ein alkohlreicher Wein geht “in die Birne”, während ein leichter Wein um 8 - 9 Vol% viel bekömmlicher ist und auch einmal ein Glas mehr getrunken werden kann, ohne dass diese Weine weniger Bukett und Extrakt haben als vergleichbare Weine.
  • Ein guter Wein muss meines Erachtens viel Spiel besitzen. Damit ist das Zusammenspiel von Säure und Süße, von Bukett und Alkohol gemeint. Ein trockener Wein hat keine Süße mehr, wodurch sich das Spiel deutlich verringert. Zudem stellt ein solcher Wein besondere Anforderungen an die Säure, da er sonst nicht mehr munden würde. Aber gerade die schöne, fruchtige Säure des deutschen Weines ist für mich eine Schlüsselkomponente der Qualität und verträgt eine dienliche Süße von 20-30 g/l. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ein großes Bukett (hoher Extraktgehalt) besser zur Wirkung kommt, wenn auch hier eine dienliche Restsüße vorhanden ist.
  • Ich habe bemerkt, dass viele Menschen behaupten, sie würden Rotwein dem Weißwein vorziehen und trockene lieber mögen als liebliche. Tests im eigenen Hause haben meistens das Gegenteil ergeben. Weine mit angenehmer Säure werden als “trocken” empfunden, selbst wenn sie lieblich sind (z.B. meine Moselweine). Zudem habe ich festgestellt, dass mir ein trockener Rotwein besser mundet als ein trockener Weißwein. Wer also trockene Rotweine mag, darf nicht sogleich den Rückschluss wagen, auch bei Weißweinen nur trockene zu mögen. Hier sind es dann vielleicht eher die halbtrockenen oder Classicweine.

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