Canon Katadiopter 73/500 mm

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Das catadioptrische Reiseteleskop “Okulix”.


Ein Teleskop der besonderen Art ist mein Canon 500 mm Spiegelobjektiv (1:8), dem ich einen FD-1.25”-Adapter für Okulare verpasst habe. Den Adapter habe ich aus einer Reduzierhülse und einem ausgebauten FD-Bajonett unter Verwendung eines Zweikomponentenklebers hergestellt. Außer meinem 5 mm und 40 mm Okular lassen sich alle anderen im Bereich von 7 mm bis 26 mm fokussieren (Vergrößerung: 20x - 70x). Mit Zenitprisma ist eine Fokussierung leider nicht mehr möglich. Montiert wird das Reiseteleskop mit Hilfe des integrierten Fotogewindes auf einem Fotostativ.

C3a
C3 Adapter

Wenn die Optik mit f = 500 mm und 1:8 angegeben ist, so bedeutet dies bei einem Photoobjektiv, dass die effektive Lichtsammelfläche einem Kreis mit 500/8 = 62.5 mm Durchmesser entspricht. Wegen der Obstruktion (27%) durch den Sekundärspiegel (38 mm) beträgt demzufolge der Spiegeldurchmesser 73 mm, also ein Dreizöller (=C3). Der Frontdurchmesser (freie Öffnung) beträgt sogar 82 mm, sodass die bei Schmidt-Teleskopen übliche Schreibweise 82/73 mm korrekt wäre. Das Öffnungsverhältnis ist somit nach der bei astronomischen Teleskopen üblichen Definition etwa 1:7.

Den Vergleich zum 60 mm Refraktor, der etwa die gleiche Lichtsammelfläche besitzt und dessen Lichtverluste wie beim Katadiopter auch 5-10% betragen dürfte, gewinnt mein C3 mit großem Vorsprung. Mag natürlich auch an den besseren Okularen liegen, ich denke aber nicht nur. Schließlich handelt es sich um ein bis zum Rand hin optimal korrigiertes Spiegellinsen-System (Katadiopter). Und so ist dann auch das Ergebnis: randscharfe, brillant funkelnde Sterne vor schwarzem Hintergrund (Nachthimmel ca. 20.0 mag/arcsec²). Im Quelle-Refraktor dagegen unscharf wirkende Sterne vor milchiggrauem Himmel und schwacher Kontrast. Der Gewinn liegt bei mindestens 0.5 Größenklassen.

C3b

Das Schöne an diesem Instrument ist die Tatsache, dass ein unbenutzt herumliegendes Canon-Spitzenobjektiv der alten FD-Serie nun eine neue Aufgabe sinnvoll erfüllt: Es dient zum einen als echtes Reiseteleskop. Es ist aber auch für einen schnellen kurzen Blick zum Himmel bestens geeignet (Aufbauzeit der großen Teleskope ca. eine Stunde). So kann man interessierten Gästen mal schnell den Mond, Jupiter, Saturn oder M13 zeigen. Die theoretische Grenzgröße von 11.0 mag halte ich für erreichbar (an 10 mag reichte ich in der ersten Testnacht schon heran). Die Farben sind brillant, sodass ein Doppelstern wie ß Cyg beeindruckend in Erinnerung bleibt.

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